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Die Hadramaut-Industrie des mehrschichtigen Al-Guza-Hohlenparks im Jemen ist durch ein Inventar gekennzeichnet, das fur die Olduwai-Denkmaler charakteristisch ist. Basierend auf geomorphologischen, stratigraphischen palaomagnetischen Daten aus dem unteren kulturhistorischen Horizont N kann daraus geschlossen werden, dass die menschliche Besiedlung Sudarabiens vor etwa 1,65 bis 1,35 Millionen Jahren stattgefunden hat. Wahrend der fruhen Altsteinzeit war es Arabien, das der erste Ort war, an dem die Menschheit ihren Umzug auf dem Planeten begann. Auf dem Homo erectus Saffaqah-Parkplatz im Zentrum von Saudi-Arabien haben Archaologen etwa 8.000 Artefakte gefunden, darunter eine grosse Anzahl von Werkzeugen aus Andesit. In Saudi-Arabien wurden in der Nefud-Wuste neben ausgetrockneten Palaozer-Logen 46 archaologische Statten mit Steinwerkzeugen und Tierknochen gefunden.
Die Aschel-Industrie wurde in Sudarabien auf dem Parkplatz von Mashhad III, dem Standort von Jol Urum (Hadramaut), entdeckt. Der Parkplatz von Mashhad III zeigt Ahnlichkeiten mit dem Ashel des Nahen Ostens und der Harga-Oase in Agypten. Die Steinindustrie der oberen Altsteinzeit ist mit den Standplatzen von Hadramaut (Mashhad IV und V, Al-Gabr IV, X—XII, Wadi Dauan I—III usw.) und den Standorten von Mahra (Wadi Hurut I und III) archaischer als die europaischen und nahostlichen oberen palaolithischen Industrien und schliesst sich an die synchronen Denkmaler des Nils und der libyschen Wuste an und bildet mit ihnen eine einzige Kulturprovinz. H. A. Amirhanov betrachtet Hadramaut-Materialien als eine sudaravianische Variante der «Oasenkulturen» des afro-asiatischen Streifens der trockenen Tropen. In Sudarabien sind die wichtigsten geschichteten neolithischen Komplexe in Hadramaut Al-Safa I, Mashhad X—XI, Mahra Habarut I und II, die Msabig—Uberdachung, die Hbek-Hohle, die wichtigsten geschichteten neolithischen Komplexe in Hadramaut. In der fruhen Jungsteinzeit von Arabien (VIII—VI Tausend v. Chr.) hebt H. A. Amirkhanov zwei dramatisch ausgezeichnete kulturelle Komplexe hervor: den sudaravianischen und den ostaravianischen. Die Industrie des ostaravianischen Komplexes entdeckt eine Nahe zur vorkeramischen Jungsteinzeit des Nahen Ostens, die sich unter direktem Einfluss der mesopotamischen kulturellen Impulse gebildet hat.
In der Turkei, in der Nahe eines der altesten Tempelanlagen der Welt, Gebekli Tepe (Provinz Sanliurfa), fanden Archaologen weitere 11 grosse Hugel, die von Menschen geschaffen wurden, und die Hugel umgeben buchstablich Strukturen, die vor etwa 12.000 Jahren gebaut wurden, in einer Entfernung von 100 Kilometern. Hier entsteht auch ein Migrations-Hub, von wo aus Menschen in andere Regionen umgesiedelt werden und Sprachgruppen gebildet werden. Hier entstehen hochstwahrscheinlich sogenannte nostratische Sprachen. Der danische Linguist X. Pedersen legte seinerzeit eine Hypothese auf die genetische Verbindung von Sprachen mehrerer grosser Familien vor, die als nicht verwandt galten. Er nannte diese Sprachen "nostratisch" (aus Lat. noster ist unser). Die Untersuchungen des sowjetischen Linguisten VM Illich-Svytych haben die wissenschaftliche Gultigkeit der Vereinigung von indoeuropaischen, semitisch-hamitischen, Ural-, Altai- und einigen Sprachen in eine grosse nostratische Makrofamilie von Sprachen gezeigt. Diese Makrofamilie hat sich in der oberen Altsteinzeit in Sudwestasien und den angrenzenden Gebieten entwickelt. Beim Ruckzug der letzten Wurmer-Eiszeit und der Klimaerwarmung im Mesolith siedelten sich die nostratischen Stamme in weiten Teilen Asiens und Europas an; sie haben die Stamme, die fruher dort lebten, zuruckgedrangt und teilweise assimiliert. In diesem historischen Prozess bildeten die nostratischen Stamme eine Reihe von getrennten Gebieten, in denen die Bildung besonderer Sprachfamilien begann. Die grosste indoeuropaische Sprachgemeinschaft begann sich zuerst in der Region Zentralasiens zu bilden – die archaologische Kultur des Kelteminars, dann im sudlichen Ural und dann in der «Grossen Steppe» – vom Altai bis zum Schwarzen Meer.
Als archaologische Kulturen, die mit dem Gebiet des gesamteuropaischen Kulturkomplexes in Verbindung gebracht werden konnten, nennen Wissenschaftler die Halaf-, Ubeid-, Chatal-Huyuk-Kultur in Sudwestasien und die Kuro-Araxin-Kultur in Transkaukasien. Die zweite Zwischenstation der Indoeuropaer war nach Ansicht dieser Wissenschaftler das nordliche Schwarze Meer, wo ihre Siedlung aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. stammt. Sudlich der indoeuropaischen Familie hat sich moglicherweise der Kern der Siebengebirge-hamitischen (aphasischen) Sprachfamilie gebildet. Nordlich der Indoeuropaer lebten anscheinend die Trager der kartwellschen Prachtsprache, ostlich der dravidischen Prachtsprache. Die ururale Uralsprache (finno-ugrische und samodische Sprache) der turkischen, mongolischen und Tunguso-mandschurischen Sprachen befand sich wahrscheinlich an der nordostlichen Peripherie. Zu dieser nostratischen Makrofamilie der Sprachen gehoren die indoeuropaischen, semito-hamitischen oder aphasischen, kartwelschen, Ural-, dravidischen, turkischen, mongolischen, Tunguso-mandschurischen, tschukotsko-kamtschatanischen und moglicherweise eskimo-aleutischen Sprachfamilien. Die Sprachen dieser riesigen Makrofamilie werden jetzt von mehr als zwei Drittel der Weltbevolkerung gesprochen.
Die Verbreitung nostratischer Sprachen erfolgte wahrscheinlich sowohl durch die Ansiedlung alter Menschen der modernen Spezies als auch durch Kontakte zwischen ihren verschiedenen Stammesgruppen. Es gibt Grund zur Annahme, dass sich im Sudosten Asiens ungefahr zur gleichen Zeit eine andere alte Sprachmakrofamilie (oder ein Stamm) entwickelte – die pazifische, deren Differenzierung zur Entwicklung der chinesisch—tibetischen, osterreichischen und austronesischen Sprachen fuhrte. Andere Wissenschaftler (darunter viele sowjetische Sprachwissenschaftler) glaubten, dass spatere Perioden der Geschichte, die der Jungsteinzeit (dem Neujahrsalter) und der Bronzezeit der archaologischen Periodisierung (8-2 Tausend v. Chr.) entsprechen, die wahrscheinlichste Zeit fur die Bildung von Sprachfamilien seien. Die Bildung der altesten Sprachfamilien war zu dieser Zeit mit der Zuteilung beweglicher, hauptsachlich Viehzuchtstamme und deren intensiven Umsiedlungen verbunden, die die Prozesse der Sprachdifferenzierung und Assimilation verstarkten. Es sollte jedoch angemerkt werden, dass die wirklichen Unterschiede zwischen beiden Standpunkten nicht so gross sind, da die Bildung verschiedener Sprachfamilien zu unterschiedlichen Zeiten stattfand und ein sehr langer Prozess war.
Vor den anderen haben sich wahrscheinlich ethnische Gemeinschaften gebildet, die Sprachen sprechen, die heute bei kleinen Volkern bestehen, die an der Peripherie des primitiven Oikumena leben – dem von Menschen bewohnten Land (griechisch). "eikeo" – bewohnen). Diese Sprachen zeichnen sich durch eine grosse Vielfalt an phonetischer Zusammensetzung und Grammatik aus und bilden oft unsichtbare Ubergange, die vielleicht auf das Zeitalter der primitiven linguistischen Kontinuitat zuruckgehen. Zu solchen Sprachen, die der geneologischen Klassifizierung sehr schwer zuganglich sind, gehoren die bereits bekannten Sprachen der amerikanischen Indianer, der «Palaoasiaten Sibiriens», der Australier, der Papuas in Neuguinea, der Buschmanner und der Gottentoten, einiger Volker Westafrikas.
Der sudaravianische Kulturkomplex hat sich auf dem lokalen Substrat gebildet und hat die traditionelle (nordafrikanische) Richtung der kulturellen Verbindungen beibehalten. In der fruhen Phase der spaten Jungsteinzeit der arabischen Halbinsel (V. Chr.) wurde das Verschwinden des Ostaravienkomplexes mit der Umwandlung des Sudaravienkomplexes in eine «einsame Jungsteinzeit" festgestellt, die Ahnlichkeiten mit der kapsianischen Industrie und der Fajum-Jungsteinzeit des Nil- und Ostsahara-Tals aufweist. Die spezifischen Elemente in der Fajum-Oase sind bereits im 8. Jahrtausend v. Chr. fur die sudaravianische Jungsteinzeit festgelegt, die in der Fajum-Oase nur im 5. Jahrtausend v. Chr. enthalten sind. e., was auf die Richtung kultureller Einflusse von Arabien in Richtung Nordafrika hinweist. Die postneolithischen Denkmaler Sudarabiens (II-I Tausend v. Chr.) waren synchron mit der Kultur der Bronzezeit und der fruhen Zivilisation dieses Gebiets und wurden nahtlos in die Kultur der historisch modernen nomadischen Beduinenbevolkerung umgewandelt
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